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architektur des 20. jahrhundert und der gegenwart
zvi hecker: jüdisches gemeindezentrum duisburg


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  Wie ein aufgeschlagenes Buch präsentiert sich die Architektur des neuen
Zentrums der jüdischen Gemeinden Mülheim, Oberhausen und Duisburg,
Springwall 16, Duisburg-Innenstadt - erbaut 1997-99, Einweihung April 1999,
Der israelische Architekt Zvi Hecker, *31.5.1931 in Krakau (Kraków), Polen, lebt und arbeitet in Berlin (http://www.zvihecker.de).
Das Raumprogramm war mit insgesamt 1.600 qm Nettonutzfläche vorgegeben, aufgeteilt in die eigentliche Synagoge, in einen anschließenden Mehrzweckraum, in Bibliothek und Büro sowie drei Wohnungen. Das ungewöhnliche Gebäude korrespondiert mit dem „Garten der Erinnerungen“ des israelischen Künstlers Dani Karavan. Viele Dachflächen des Hauses sind begrünt. Die Synagoge hingegen ist monolithisch geprägt, also aus „einem Stück“ gebaut. Sie verbindet in ihrem Stil die Form eines Sterns mit dem einer Buchseite. Einige ihrer Flächen bestehen aus rotem Jerusalem-Stein. Das Gemeindezentrum liegt ganz in der Nähe der Junkernstraße, wo 1875 die alte Synagoge errichtet wurde. Nationalsozialisten zerstörten sie in der Pogromnacht im November 1938. Auf ihren Grundmauern errichtete man Ende der 1960er Jahre eine evangelische Kapelle, die Juden und Christen zu gemeinsamen Veranstaltungen dient. Die Mitgliederzahl des neuen Gemeindezentrums liegt bei über 1200 Personen.

„Es gibt nur wenige Architekten, die Zvi Hecker ebenbürtig sind, was ihren dynamischen Einsatz und ihre Unabhängigkeit betrifft. Sein Einsatz kommt gleichzeitig aus dem Herzen, aus dem Gehirn und aus dem Zeichenstift, und er widersetzt sich beharrlich jedem Versuch, ihn auf die immer gleichen Schachzüge zu verpflichten.“ schreibt Peter Cook in „Zvi Hecker - Die Heinz- Galinski- Schule in Berlin.“
Seit den frühen Arbeiten Zvi Heckers in Israel in den 60er Jahren zusammen mit Alfred Neumann und Eldar Sharon, sind regelmäßige Geometrien Grundlage seiner Architektur. Mathematische Ordnung als Grundlage von Allem, verbunden mit nahöstlichem Raumverständnis und lokalen Materialien schufen damals Bauten voller Ratio, angereichert mit architektonischem Geist. Modulärität und Repetition entwickelten sich über die Jahre zu intuitiven Kompositionen. Die Bedeutung der Geometrie wurde auf Anfangspunkt und Grundschwingung reduziert, eine metaphorische Symbolik wurde entwurfsbestimmend. Höhepunkt dieser Entwicklung ist die jüdische Heinz- Galinski-Grundschule in Berlin, für die Zvi Hecker 1996 den deutschen Kritikerpreis für Architektur erhielt und damit auch in Europa einem größeren Kreis von Architekturinteressierten bekannt wurde.

http://www.duisburg-information.de/de/index.html